Regentropfen_Blog_Nicole Hein

Schreibimpulse

Nicht nur bei Regen kann man wunderbar kreativ sein – auch mit Regen lässt es sich großartig textperimentieren.

Literaturwettbewerbe gibt es wie Sand am Meer – den Eindruck kann man bekommen, wenn man sich erst einmal intensiver damit beschäftigt. Ebenso gibt es Menschen, die Freude am Schreiben haben, wie Sand am Meer – macht es zumindest den Eindruck, wenn man sich erst einmal intensiver damit beschäftigt.

Als begeisterte Leserin – und Schreibende – freut mich sowohl das eine als auch das andere. Ausschreibungen nehme ich häufig als Impuls für mein eigenes Schreiben und für Schreibgruppen. In diesem Jahr gibt es zum Beispiel beim Literaturhaus Zürich einen monatlichen Wettbewerb, bei dem Texte eingereicht werden können, die einen jeweils vorgegebenen ersten Satz aus einem berühmten Roman fortführen. Der Monatswettbewerb selbst hat beim Literaturhaus allerdings eine lange Tradition – mehr dazu auf der Internetseite des Literaturhauses.

Text des Monats im Literaturhaus Zürich

Dass mein Text Der Karton direkt bei meiner ersten Einsendung Text des Monats Februar geworden ist, freut mich natürlich sehr. Der Februar-Anfangssatz stammte von Friedrich Dürrenmatt aus Grieche sucht Griechin und lautet: „Es regnete stundenlang, nächtelang, tagelang, wochenlang.“

Was bei mir daraus geworden ist, kann man auf der Internetseite des Literaturhauses nachlesen. So viel sei verraten: Es geht um einen Karton im Regen und was passieren kann, wenn man sich nicht an seine Versprechungen hält …

Jeden Monat wird ein Text des Monats von der Jury ausgewählt. Er wird im Monat danach auf der Internetseite des Literaturhauses veröffentlicht. Am Ende des Jahres wird aus allen Monatstexten eine Anthologie erstellt. Diese wird an Verlage und Medien verschickt. Zu Beginn des nächsten Jahres kommen alle Monatssieger zu einer Veranstaltung im Literaturhaus zusammen.

Juni-Ausschreibung beim Literaturhaus Zürich

Momentan steht noch die Ausschreibung für den Juni online – für den Rest des Jahres werden die Anfangssätze noch folgen: «Am Rande der kleinen, kleinen Stadt lag ein alter, verwahrloster Garten.» ( Astrid Lindgren, Pippi Langstrumpf)

  • Texte als Word-Dokument – mit einer separaten Kurzbiographie – bitte an texte@literaturhaus.ch.
  • Textlänge maximal 15’000 Zeichen (inkl. Leerzeichen).
  • Es sind nur bisher unveröffentliche Texte zugelassen.
  • Texte müssen in sich geschlossen sein, nicht im Blocksatz stehen und keine Trennungszeichen und Sonderzeichen beinhalten.
  • Abgabefrist jeweils der letzte Tag (bis Mitternacht) des betreffenden Monats.
  • Teilnehmen kann man jeden Monat, gewinnen nur 1x im Jahr!

Weitere Quellen für Literaturwettbewerbe

Wer sich fürs Kreative Schreiben begeistern kann und selbst einmal Ausschreibungen als Schreibimpuls nutzen möchte, wird bei diesen Quellen fündig:

Und besonders herausfordernd finde ich die Blitzaktionen der Literaturzeitschrift Asphaltspuren, weil dort ganz außergewöhnliche Vorgaben gemacht werden. So wurde dort schon einmal ein Text zum Thema Schlaf gesucht, in dem kein „a“ vorkommen durfte, einer mit exakt 60 Wörtern, von denen 10 den Teil „knall“ enthalten sollten, und einer mit dem Schlusssatz „Nein, ich esse keine Regenwürmer“. Die jeweils aktuelle Ausschreibung wird im Newsletter angekündigt.

Und nun viel Spaß beim Schreiben und textperimentieren!

 

Foto: Nicole Hein

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