Imbiss für Bären

Bärlauch

 

Darüber, wie der Bärlauch zu seinem Namen gekommen ist, gibt es zwei Theorien. Eine besagt, er leite sich aus der Vorliebe der alten Germanen ab, ihren Bärenschinken mit dem Kraut zu würzen. Die andere beruft sich auf das frühe Wachstum des Verwandten von Schnittlauch, Zwiebel und Knoblauch. Denn die Blätter der mehrjährigen Pflanze sprießen ab März aus dem Boden – und dienten angeblich früher den Bären als Imbiss, wenn sie aus langem Winterschlaf hungrig erwachten. Welche Theorie die richtige ist – oder ob womöglich beide falsch sind – weiß heute niemand mehr.

Schmackhaftes Heilkraut

Sicher ist aber, dass Bärlauch altbekannt ist und bereits bei den Germanen und Kelten sehr beliebt war. Sie verwendeten ihn als Gemüse-, Gewürz- und sogar als Heilpflanze. Denn dem 20 bis 50 Zentimeter hohen Kraut sagt man nach, es fördere die Verdauung und verhindere Arteriosklerose. Außerdem heißt es, dass Bärlauch den Blutdruck senkt und somit Herzinfarkt und Schlaganfall verbeugt.

Zartes Knoblaucharoma

Allerdings sollten die Blätter frisch verwendet werden. Denn beim Trocknen oder Kochen gehen die meisten Wirkstoffe verloren. Auch als Tee eignet sich die Pflanze mit den länglichen, weichen Blättern und den weißen, sternförmigen Blüten nicht, da sie ein zartes Knoblaucharoma besitzt. Am besten schmeckt Bärlauch frisch zu Kräuterquark, als Garnierung von Butterbroten, in Salaten oder als Pesto.

 

Bärlauchbutter
Bärlauchbutter

 

Giftige Nachbarn

Die Wachstumsperiode dauert von März bis spätestens Juni. Wenn das Kraut in voller Blüte steht, die Blätter ein helleres Grün annehmen und zu hängen beginnen, ist die Erntezeit vorbei. Wer Bärlauch direkt in freier Natur pflücken möchte, sollte einige Regeln beachten: Die Blätter ähneln den giftigen Maiglöckchen, der Herbstzeitlosen und dem Gefleckten Aronstab. Die sicherste Methode, um die Arten zu unterscheiden, ist der Geruch. Bärlauch riecht nach Knoblauch, wenn man ihn leicht zwischen den Fingern verreibt.

Reiche Ernte

Die Pflanze verbreitet sich zwar relativ schnell, trotzdem sollte man zurückhaltend ernten, um sie nicht auszurotten. Deshalb nur dort pflücken, wo größere Bestände wachsen, nur maximal drei Blätter pro Pflanze – und niemals die Blütenstängel abreißen. Weniger mühsam und wesentlich sicherer ist es, Bärlauch beim Gemüsehändler oder auf dem Markt zu kaufen – oder ihn im Kräuterbeet selbst anzubauen.

Ausbruchsicheres Beet

Ideal ist ein schattiger Platz, vorzugsweise unter Sträuchern. Da sich das Wildkraut stark verbreitet, ist ein ausbruchsicheres Beet mit senkrecht eingegrabene Steinplatten oder Brettern als Begrenzung ratsam. Die beste Pflanzzeit ist im Frühjahr. Gekauft wird das Kraut als Topfpflanze, anschließend werden die kleinen Blätter mit größerem Abstand in den Boden gepflanzt. Alternativ setzt man die kleinen Zwiebeln im Herbst in die Erde. Wer Bärlauch mit Samen heranziehen will, sollte beachten, dass diese Kaltkeimer sind – also mindestens einen Winter im Boden bleiben müssen bevor sie keimen.

 

Fotos: Bärlauchpflanzen: Lutz Meyer / Bärlauchbutter: Nicole Hein

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