Oh Tannenbaum

Das erste Weihnachtsfest im neuen Heim

Im Herbst sind wir aufs Land gezogen. In ein wunderschönes Haus mit viel Platz für uns und auch für einen richtigen Weihnachtsbaum.
Für unsere Tanne fahren wir jedes Jahr ein gutes Stück durch die Gegend, vorbei an vielen Höfen mit Weihnachtsbaumverkauf, nur um ihn bei Freunden zu kaufen und einen kurzen Plausch zwischen Tannen und Torten zu halten, während sich die Kinder in der Strohscheune austoben (http://www.weihnachtsbaeume-sprenker.de/). Galt im letzten Jahr noch der Maßstab, dass die Tanne quer in den Fußraum des Autos passen muss (und die Kinderfüße drauf), so ist der Maßstab in diesem Jahr das Platzangebot des Wohnzimmers und die Tanne fällt deutlich größer aus.

Daheim stellen wir fest, dass die alte Lichterkette viel zu kurz ist und auch die neu gekaufte nicht reicht. Also verwenden wir beide und gemeinsam mit meinen vier Kindern schmücke ich den Baum. Wobei die beiden Großen die Kugeln dran hängen und die zwei Kleinen sie gleich wieder abnehmen. Mir ist jetzt schon klar, warum ich (zum ersten Mal) Plastikkugeln gekauft habe. Das untere Drittel des Baumes wird die ganze Weihnachtszeit über ungeschmückt sein und die Kugeln erweisen sich als beliebte Wurfgeschosse. Täglich hänge ich die Kugeln wieder zurück an ihren Platz, nur um sie gleich wieder fliegen zu sehen. Ich bin erstaunt, wie viel sie aushalten. Nur eine einzige Kugel gibt verbeult den Geist auf. An Heiligabend erstrahlt der Baum in wunderschönem Glanz und auch die Kinderaugen leuchten, als alles so festlich geschmückt ist.

Ein einziges Highlight wird uns zukünftig fehlen: Knut.
Das Entsorgen des Baums ist hier leider unspektakulär: Terassentür auf und raus.
Das war in der Stadt wesentlich aufregender. Da flog er aus dem Wohnzimmerfenster in der zweiten Etage. Unten an der Hausecke die Kinder, die erst sicherstellen mussten, dass wir niemanden erschlagen mit der Tanne. Und dann, bei grünem Licht, der Wurf aus dem Fenster, die Spannung, wie weit er fliegt und die anschließende Untersuchung, ob wir wirklich alle Deko entfernt hatten. Was oft nicht der Fall war. Stolz brachten die Kinder ihre Funde dann zurück in die Wohnung und waren erstaunt, dass die den Aufprall meist überlebt hatten.
Trotzdem möchten wir nicht zurück und genießen die Ruhe und Besinnlichkeit, die uns hier draußen erfasst. Es hat etwas von Astrid Lindgrens Bullerbü, als einige Tage vor Weihnachten Schnee fällt und unser Haus überpudert. Natürlich ist an Heilig Abend nichts davon übrig, die Weihnachtsstimmung hält aber dennoch an.

Allen eine stille und friedliche Weihnachtsnacht!

Fotos: Merle Weidemann

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