Lieblingsleseplatz von Maike Frie

Lieblingsleseplatz

Lieblingsleseplätze von Büchermenschen

 

Kerstin Scheuer ist Literarische Weltenbummlerin und e-Reader-Freundin. In ihrem Blog lichtet sie den Bücherdschungel mit ihren vielen Rezensionen. Außerdem stellt sie Lieblingsleseplätze von Büchermenschen vor. Meine Lieblingsleseplatz-Vorstellung hat sie in der letzten Woche veröffentlicht.

1. Wo liest Du am liebsten? Warum?

Am liebsten lese ich in unserem roten Sessel. Dieser Sessel begleitet unsere Familie schon seit vielen Jahren und ist zentraler Drehpunkt (im wörtlichen und übertragenen Sinne) im Wohnzimmer. Er bietet Platz für ein bis zwei Erwachsene mit Büchern oder Kopfhörern, Telefonen und Teetassen. Ein Erwachsener in Kombination mit einem oder zwei Kindern ist ebenfalls gemütlich. Bei mehreren Kindern oder Kuscheltieren im mehrstelligen Bereich geht es weniger um Gemütlichkeit als um einen Abenteuerspielplatz und ums Karussellfahren.

Ich mag diesen Sessel so gerne, weil ich dort bequem sitzen und lesen kann, und zwar je nach Sonneneinstrahlung, Laune und Lektüre genau dort, wo ich sein und hinschauen möchte. Er lässt sich durchs Zimmer schieben und auf die Terrasse zerren, er wandert mit dem Tageslicht von Fenster zu Fenster oder zu unseren Lampen. Man kann aufrecht darin sitzen, die Beine baumeln lassen oder im Bücherregal, auf der Fensterbank oder auf einem Hocker ablegen, man kann quer darin liegen oder sich auf die Lehne hocken für einen schnellen Nachschlageblick in irgendein Buch. Je nach Stimmung und Buch kann man ruhig darin sitzen oder im Satzrhythmus hin- und herschwenken.

Für mich passt dieser Sessel perfekt zum Lesen, weil er zu allen Arten von Texten passt. So wie sich jedwedes Leben in Büchern abspielt, hat sich auch schon viel Leben in diesem Sessel abgespielt: Ich habe meine Töchter darin gestillt, schwierige Telefonate dort geführt und säuselnde Gespräche.

2. Welches Format (eBook, Taschenbuch, Hardcover) bevorzugst Du? Warum?

Meistens und lieber lese ich nach wie vor gedruckte Bücher. Schöne Bücher. Ob Hardcover oder Taschenbuch ist für mich nicht entscheidend. Vor Hardcovern schrecke ich in der Buchhandlung häufig zurück, die gibt es eher aus der Bücherei oder dem Antiquariat. Aber ein schönes Buch habe ich gerne in der Hand: einen geprägten Einband, ein tolles Cover, eine ansprechende Gestaltung. Vor- und zurückblättern, die Finger zwischen die Seiten stecken, Ecken umknicken und Passagen anstreichen, Notizzettel hineinlegen und vor allem die vielen geschenkten Lesezeichen nutzen, die man als Mutter bekommt – das gehört für mich zum Lesen dazu.

Auf meinem Handy lese ich häufig kostenlose Leseproben, weil mir ungestörte Stöberzeit in Buchhandlungen und Büchereien fehlt. So entscheide ich, was auf meine Leseliste kommt und kann das dann nach dem Kaufen/Leihen in meinem Sessel durchblättern.

3. Was gehört für Dich zur perfekten Lesezeit (Tee, Kekse, Kuscheldecke)?

Zur perfekten Lesezeit gehört für mich im Wesentlichen eine tolle Geschichte. Meistens mache ich mir ein warmes Getränk dazu (unterschiedlichste Teesorten, Kakao, Milchkaffee – da bin ich nicht so wählerisch), stelle aber immer wieder fest, dass die besten Lesezeiten diejenigen waren, in denen das Getränk kalt geworden ist, weil ich so in den Text abgetaucht bin, das ich es schlichtweg vergessen habe.

4. Muss es bei Dir ganz still sein, wenn Du liest, oder läuft im Hintergrund Musik oder sogar der Fernseher?

Ich habe es beim Lesen gerne relativ still. Die Vögel im Garten und den Geräuschteppich der Nachbarschaft finde ich allerdings angenehm, weil es bedeutet, dass ich mit meinem Sessel auf der Terrasse oder zumindest vor der geöffneten Terrassentür sitzen kann. Manchmal höre ich Musik beim Lesen, dann aber Instrumentalmusik, damit der Gesang nicht verhindert, dass ich ganz in die Geschichte abtauchen kann.

Den ganzen Beitrag nachlesen kann man auch noch einmal auf Kerstin Scheuers Blog.