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Bücher-Geschenketipps

Was will man von einer literaturbegeisterten Schreibtrainerin und Autorin anderes erwarten, als literarische Geschenketipps vor Weihnachten? Eben. Deshalb hier meine sehr subjektive Lese- und Verschenkempfehlungen. Garantiert ungesponsort und nur durch persönliche Kontakte zu den Autorinnen beeinflusst.

Nina Bodenlosz: Dornröschen, wir müssen reden.

Märchen, die sich neu erfunden haben.

Nicht nur Dornröschen, auch Frau Holle und ein Wolf sowie gewisse Fische, die man aus klassischen Märchen kennt, tauchen in diesen Geschichten auf. Allerdings nicht, wie man sie kennt. Die Märchen werden aus einer anderen Perspektive, in ihrer wahren Version oder aus heutiger Sicht erzählt. Das ist hintergründig, das ist lustig, das ist unterhaltsam und nachdenkenswert, wenn ein mächtiger Mann von seiner Terrasse aus Papiervögelchen mit seinen wichtigen Gedanken aufs Volk niederregnen lässt …

Der Klappentext:

Können sich gedruckte Bücher umschreiben? Nina Bodenlosz schlägt ihr altes Märchenbuch auf und stellt fest, dass nichts ist, wie es einmal war. Hier ist der Beweis: Vierzehn Märchen, die sich neu erfunden haben.

Die Frau im Turm wartet vergeblich auf Rettung, Prinzessinnen wollen ohne Mann regieren oder lieber mit einem Krimi ins Bett, Rumpelstilzchen liebt die Müllerstochter und Falada, das sprechende Pferd, kann einfach das Maul nicht halten.

  • Nina Bodenlosz kenne ich über das großartige Netzwerk wortstarker Frauen Texttreff und durfte vor ein paar Jahren in einer virtuellen Schreibgruppe einigen Märchen beim Entstehen zuschauen …
  • ISBN: 978-3-7469-6537-6
  • 11,99 Euro für das Taschenbuch

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Andreas Eschbach: NSA

Nationales Sicherheits-Amt

Was wäre, wenn die Nazis bereits unsere moderne Computertechnik und damit verfeinerte Überwachungsmethoden zur Verfügung gehabt hätten? Und: Nicht die Konzerne, die unsere Daten sammeln, sondern Staaten, die das tun, sind das Schlimmste, was uns passieren kann.

Von diesen beiden Überlegungen aus entwirft Andreas Eschbach einen Thriller um eine sympathische Programmstrickerin und einen unsympathischen Techniker. Spannend, beängstigend real und keine leichte Kost, was den Fortgang der Handlung angeht.

Der Klappentext:

Weimar 1942: Die Programmiererin Helene arbeitet im NSA, dem Nationalen Sicherheits-Amt, und entwickelt dort Komputer-Programme, mit deren Hilfe alle Bürger des Reichs überwacht werden. Erst als die Liebe ihres Lebens Fahnenflucht begeht und untertauchen muss, regen sich Zweifel in ihr. Mit ihren Versuchen, ihm zu helfen, gerät sie nicht nur in Konflikt mit dem Regime, sondern wird auch in die Machtspiele ihres Vorgesetzten Lettke verwickelt, der die Überwachungstechnik des Staates für ganz eigene Zwecke benutzt und dabei zunehmend jede Grenze überschreitet …

  • Andreas Eschbach kenne ich nicht persönlich, lese aber seit Jahren begeistert seine Bücher, weil mir seine Gedankenspiele über mögliche Zukunfts- oder alternative Vergangenheitsszenarien sehr gefallen. Gefallen hat NSA auch Dennis Scheck, dem Bücherexperten von “Druckfrisch” in der ARD, der Andreas Eschbach für seine aktuelle Sendung interviewt hat.
  • ISBN: 978-3-7857-2625-9
  • 22,90 Euro für das gebundene Buch

 

Katja Angenent: Die alte Freundin Dunkelheit

Die Winterzeit ist nicht nur eine gemütliche Zeit, sondern auch eine Zeit der wabernden Nebelschwaden, der kahlen Bäume, die ihre dunklen Äste in den düsteren Himmel recken … Zeit also für eine gruselige Lektüre vor dem prasselnden Kamin – denn man ist besser unter einer Decke und hat einen heißen Tee in der Hand, wenn man Katja Angenents Kurzgeschichten liest. Eine Sammlung schauriger, teils historischer, teils erschreckend gegenwärtiger Texte rund um die alte Freundin Dunkelheit.

Der Klappentext:

Sie ist zurückgekehrt. Die alte Freundin Dunkelheit spielt die heimliche Hauptrolle in den zwanzig Kurzgeschichten über Sünde, Wahnsinn und Tod. Sie schickt unerwünschte Besucher aus dem Jenseits, die in finsteren Klosterkellern oder auf nebelumwundenen Friedhöfen warten. Sie sendet ihre grotesken Gestalten der Nacht zu Grafen in verfallene Burgen, in verlassene Psychatrien und einsame Wälder.

In ihren Schauergeschichten erzählt Katja Angenent aus der Vergangenheit und Gegenwart von Wölfen, Königen, und ganz normalen Menschen, welche die Begegnung mit dem Unbekannten fürchten und ihm doch nicht entkommen können.

  • Katja Angenent kenne ich wiederum persönlich, weil sie eine Münsteraner Autorin ist. Außerdem gibt sie Schreibwerkstätten im Schreibraum von Eva-Maria Lerche. Über ihre Geschichtensammlung und rund ums Autorinnenleben hat sie mir auf meinem Blog ein paar Fragen beantwortet.
  • ISBN 978-3-94312-35-2
  • 10 Euro fürs Taschenbuch

 

Cover-Odinskind-Siri-Pettersen-Rabenringe-Arctis-VerlagSiri Pettersen: Odinskind – Auftakt der Rabenringe-Trilogie

Fantastisch geht es auch bei der Norwegerin Siri Pettersen zu: Ihre Trilogie um Hirka beginnt in einer für uns Menschen fremden Welt – und doch begleiten Hirka dieselben Fragen, die auch uns umtreiben: Wer gehört wann und warum wo dazu? Und was ist man bereit dafür zu tun oder zu opfern?

Die Reihe ist für Jugendliche ab 14 Jahren empfohlen. Das finde ich passend – allerdings ebenfalls für Erwachsene!

Aus der Verlagsvorschau:

Hirka ist in Ymsland aufgewachsen. Mit fünfzehn findet sie heraus, dass sie ein Odinskind ist – ein schwanzloses Wesen aus einer anderen Welt. Von nun an ändert sich alles: Sie weiß weder, wer sie ist, noch, wohin sie gehört. Sie weiß nur, dass ihr Leben auf dem Spiel steht. Aber das ist nur der Anfang, denn Hirka ist nicht die einzige Fremde, die es durch die Steintore nach Ym verschlagen hat …

  • Siri Pettersen habe ich leider noch nicht getroffen; dennoch ist dieser Tipp persönlich gefärbt, da ich als Übersetzungs-Lektorin an der deutschen Ausgabe beteiligt war. Wie das war, kann man auf meinem Blog nachlesen. So viel kann ich schon verraten: 2019 wird es mit den Bänden “Fäulnis” und “Gabe” im Arctis Verlag spannend weitergehen – in ganz neuen Welten.
  • ISBN 978-3038800132
  • 20 Euro fürs gebundene Buch – auch als Hörbuch und E-Book erschienen

 

Titelbild: Maike Frie

Coverbild Odinskind zur Verfügung gestellt vom Arctis-Verlag