Halloween und regionale Traditionen

Gruselige Grüße

Ein Fest mehr oder weniger – kommtʼs darauf an?

Wenn man einem Bretagne-Krimi glauben darf, stammt die Halloween-Tradition eigentlich von den Bretonen (so wie im Grunde alles auf der Welt …). Aber egal, ob kirchlich, keltisch, über- oder unterseeisch – heute Abend wird auch überall in Deutschland wieder gefeiert und werden Gruppen von Kindern losziehen, die in der Nachbarschaft Süßigkeiten abstauben möchten. Die Partyartikelindustrie und diverse andere Wirtschaftszweige profitieren schon seit Wochen davon. Mir ist Halloween eigentlich ziemlich egal. Sollen andere doch die Feste feiern, wie sie fallen. Wenn ich irgendwo Kürbissuppe bekomme, bin ich gut zufrieden, wenn nicht, dann auch, und dass ich den Nachbarskindern ein bisschen was zustecke, muss mich ja nicht daran hindern, St. Martin zu feiern oder ihnen Nikolaussäckchen an die Haustüren zu hängen. Denn das ist es ja, was einige befürchten: Dass die regional stärker verwurzelten Feste durch Halloween in Vergessenheit geraten. Und das glaube ich nicht. Ich glaube, es wird eben auch noch mitgenommen. Das passt schließlich viel besser zu unserer Höher-Weiter-Schneller-Gesellschaft: Alles mitnehmen, was geht.

Was ich von Halloween mitnehme? Wie schnell wieder ein Jahr um ist! Wie groß die Nachbarskinder geworden sind, weil ich sie viel zu selten nachmittags draußen spielen sehe! Wie viele Kinder es bei uns im Viertel doch gibt! Und die Gelegenheit, Fingerabdruck-Postkarten an nette Menschen zu verschicken!

Gruselige Grüße zu Halloween