Magischer Salbei

Salbei ist seit Jahrhunderten ein beliebtes Kraut. Bei den alten Griechen war es sogar heilig – sie versuchten damit die Götter gnädig zu stimmen. Auch die Druiden kannten Salbei. Sie schrieben den Blättern eine starke magische Wirkung zu und glaubten, sie könnten Tote damit erwecken.

Blätter mit Heilkraft

Im Mittelalter schätzte man die Pflanze vor allem wegen ihrer Heilkräfte. Die Äbtissin Hildegard von Bingen sowie der Arzt und Alchemist Paracelsus verabreichten die Blätter bei sehr unterschiedlichen Erkrankungen. Äußerlich angewendet ist Salbei zum Beispiel ein bekanntes Mittel gegen Entzündungen im Mund- und Rachenraum. Er findet sich in vielen Gurgellösungen, Tinkturen zum Pinseln des Zahnfleisches sowie in Halsbonbons.

Gut fürs Gedächtnis

Innerlich eingenommen soll er den Blutzucker senken, bei starkem, hormonell bedingten Schwitzen helfen und Magen-Darm-Störungen lindern. Außerdem soll er das Abstillen erleichtern. Neuerdings wird dem Kraut sogar zugeschrieben, dass es die Gedächtnis- und Konzentrationsleistung steigert. Englische Forscher untersuchen derzeit, ob sich Salbei zur Behandlung von Alzheimer eignet.

Ernte an sonnigen Tagen

In der Küche sind die dickfleischigen Blätter wegen ihres herben Aromas beliebt. Besonders gut schmecken vor allem die jungen, zarten Blätter. Sie würzen traditionell Fleisch- und Fischgerichte, Ente und Gans, aber auch Speisen mit Käse oder Salate. Salbei sollte möglichst an sonnigen Tagen und am späten Nachmittag geerntet werden, weil der Gehalt an ätherischen Ölen dann am Höchsten ist. Er lässt sich gut durch Trocknen, Einlegen in Öl oder Einfrieren konservieren.

Platz in der Sonne

Da Salbei ursprünglich aus dem Mittelmeerraum kommt, mag er es gerne warm und sonnig. Er ist nur bedingt winterhart und benötigt bei frostigen Temperaturen Schutz. Ansonsten ist die Pflanze des bis zu 50 Zentimeter hoch wachsenden Halbstrauches recht genügsam: Sie gedeiht am besten auf trockenem und kalkreichem Boden.

 

Foto: Nicole Hein