Nepal helfen

Helfen hilft. Allen.

 

Die Menschen Nepals und ihre Kultur berühren mich noch heute tief, obwohl meine letzte Reise dorthin bereits einige Jahre zurückliegt. Indirekt bleibe ich dem Land über pro filia treu – das ist ein gemeinnütziger Verein aus Münster, der Mädchen in Nepal hilft. Mit Blick auf die Erdbeben im Frühjahr und die verheerenden Folgen möchte ich dazu animieren, pro filia zu spenden. Die Aufbauarbeiten werden noch viele Monate andauern, insofern bleibt der Spendenaufruf von pro filia mindestens für den Rest des Jahres 2015 aktuell.

3 Millionen Obdachlose

Inzwischen ist es Herbst, und für die nepalesischen Bürger wurde erschreckend wenig getan. In den zerstörten Gebieten ist kaum wieder etwas aufgebaut worden. Zudem haben die Beben Risse in Felsen und Bergen verursacht; das hat zusammen mit starkem Regen während des Sommer-Monsuns besonders viele Schlamm- und Steinlawinen nach sich gezogen. Infolgedessen kam es erneut zu Toten und zu weiteren zerstörten Häusern.

Nach Einschätzung der Vereinten Nationen sind etwa 3 Millionen Menschen obdachlos. Sie leben in provisorischen Unterkünften wie Zelten – und der Winter steht vor der Tür.

Einem Bericht vom Spiegel zufolge sind die zugesagten 3,6 Milliarden Euro Hilfsgelder einer Geberkonferenz bis jetzt nicht abgerufen worden, weil sich die Regierung auf das Verabschieden der neuen Verfassung konzentrieren wollte. Die Hilfsmaßnahmen und der Wiederaufbau nach dem Erdbeben wurden über Monate hinweg vernachlässigt. Nun ist zwar die Verfassung überarbeitet, aber zu allem Übel hoch umstritten. Im Süden und Osten des Landes sind Proteste eskaliert. Indien blockiert inzwischen die meisten Grenzübergänge nach Nepal, wodurch Lebensmittel, Medikamente, Benzin, Kochgas und andere wichtige Güter zu Mangelware werden. Flugzeuge internationaler Fluglinien können nicht mehr in Kathmandu tanken. Die Einfuhr aus China stagniert ebenfalls, weil die Hauptverbindungsstraße zerstört ist und noch nicht wieder aufgebaut wurde. Die Lage ist nach Aussage von Hilfsorganisationen dramatisch.

Hoch-Zeiten für Mädchenhändler

Das hat gravierende Folgen für nepalesische Mädchen: Katastrophenzeiten sind immer auch Hoch-Zeiten für Mädchenhändler. Eltern, die kaum zu essen, kein Dach über dem Kopf oder Angst vor Gewaltausbrüchen haben, sind dankbar, wenn ihren Töchtern vermeintliche Perspektiven geboten werden, beispielsweise als Hausmädchen in Indien. Mädchenhändler geben sich manchmal sogar als Mitarbeiter von Hilfsorganisationen aus. Eltern geben ihnen ihre Töchter mit, die dann in einem indischen Bordell landen.

pro filia

Es ist notwendig, den jungen Mädchen und Frauen seriöse Perspektiven im eigenen Land zu eröffnen. Aus diesem Grund hat pro filia im Sommer Geld für sechs Schneidereien an MAITI überwiesen, eine Organisation, die in Nepal einen guten Ruf hat. In jeder Schneiderei finden sechs junge Frauen Arbeit, nachdem sie in unserem Reha-Heim ausgebildet wurden. Diese Schneidereien werden aktuell aufgebaut. Wir hätten auch das Geld für zusätzliche Schreibbüros. Doch zum jetzigen Zeitpunkt ist es der schlechten Lage wegen auch für MAITI schwer, neue Strukturen zu schaffen, außerdem oft zu teuer, da alle Güter sehr knapp geworden sind und die Kosten deshalb massiv ansteigen.

Wir hatten im Januar Flüge gebucht, um im November unsere Projekte in Nepal zu besuchen, die hauptsächlich im Osten des Landes liegen. MAITI rät uns jetzt davon ab, weil dort viele Zufahrtswege blockiert werden, Autos nur noch jeden zweiten Tag auf die Straße dürfen und es so gut wie kein Benzin mehr gibt. Außerdem nehme die Gewalt zu und es seien schon mehr als 40 Tote zu beklagen. Was für ein geschundenes Land!

Seitdem in Nepal im April und Mai 2015 die Erde gebebt hat, ist die Situation für viele Menschen unberechenbar geworden. In vielen Regionen fehlen nach wie vor sauberes Wasser, Essen und Medikamente. pro filias Kooperationspartner MAITI unternimmt alle Anstrengungen, um die Situation einiger Menschen zu lindern. Die Gebäude der Organisation in Kathmandu sind erdbebensicher bis zu einer Stärke von acht auf der Richterskala. Das von pro filia mitbetreute Schutzhaus und Reha-Heim allerdings liegen im Erdbeben-intensiven Osten des Landes und sind nicht so stabil gebaut. Die Gebäude weisen bereits Schäden auf und sind mit jedem Beben stärker gefährdet. Sorge, Panik, Angst, schwierige Versorgung  –  das alles überschattet die Einrichtungen und betroffenen Dörfer.

Spenden

Seit unserem Spendenaufruf im Mai sind mehr als 20.000 Euro eingegangen. Wir sind dankbar für die große Hilfsbereitschaft und Anteilnahme, die uns jeden Tag durch besorgte Nachfragen erreicht hat. In der Anfangszeit haben wir täglich fast 1000 Euro an MAITI überwiesen, die ihr Vertreter persönlich und in bar im Western Union Büro abholen konnte. Da Bankkonten in Kathmandu teilweise nicht zur Verfügung stehen, kann MAITI mit diesem Geld die betreuten Mädchen und hilflosen Personen in der Umgebung ihrer Häuser mit dem Notwendigsten für das Überleben versorgen. Das betrifft verwaiste Kinder genauso wie allein zurückgebliebene alte Menschen.

Hier finden sich Informationen zum Spenden. Wer zu pro filia persönlichen Kontakt aufnehmen möchte, wendet sich am besten an

Dr. Johanne Feldkamp
Marientalstraße 78
48149 Münster

Tel. 0251 1620856
kontakt@profilia.eu
www.profilia.eu

Foto: Sandra Konold

Kathmandu, Nepal, Februar 2008: Mädchen mit Blick aus dem Fenster des Akasha Bhairava Tempels, ein Hindu-Tempel, der auch Nicht-Hindus zugänglich ist, am Indra Chok, einem Platz im Zentrum der Hauptstadt, Ausgangspunkt einer Basarstraße und nahe des Hanuman Dhoka Durbar Square