Rosien-Brötchen-Lesefehler

Rosien Brötchen

Neulich an der Supermarktkasse: Rosien Brötchen.

Wer sich jetzt über den fehlenden Bindestrich wundert, ist der Schnell-Lese-Falle unseres Gehirns aufgesessen, das problemlos Lücken in Wörtern ergänzen oder Buchstabendreher korrigieren oder fehlerhafte Schreibweisen übersehen kann. Denn über das Wort “Rosien” stolpern die meisten Leute gar nicht; sie nehmen einfach das richtige Wort aus ihrem Erfahrungsschatz – insbesondere in der Kombination mit “Brötchen” ist doch recht eindeutig, was gemeint ist …

Nebenschauplatz: Deshalb wird der Bedarf für Lektorate bzw. Korrektorate nie aussterben …

Inspiration für Kreativität gibt es überall

Aber mal das Pferd ganz anders aufgezäumt: Sind solche Augenweiden für Autoren nicht wahre Glücksgriffe? Denn sofort entspann sich zwischen meiner Tochter und mir ein angeregter Disput darüber, was Rosien sein könnten. Eine besonders edle Blüte? Aber was hätte die dann mit den Brötchen zu tun? Oder wurden die Brötchen gar von einer holden Maid names Rosie gebacken, die sich standhaft gegen den inflationären Gebrauch des ‘s-Genitivs wehrt? Fragen über Fragen, Antworten in Form von literarischen Ergüssen werden an dieser Stelle gerne entgegengenommen!

PS: Gut, dass ich das Pferd nicht aufgezäunt habe … – und darüber möchte ich auch nichts zu lesen bekommen!